Webseite für Blinde mit Zeitungen und Zeitschriften

Offtopic
Vielleser
Beiträge: 2
Registriert: 01.08.2023, 08:47
von Vielleser » 01.08.2023, 09:29
Hallo liebes Forum,

ich denke gerade über eine Webseite rein für Blinde nach, durch die ihre technischen Hilfsmittel barrierefrei navigieren können. Über die Webseite hat man tagesaktuell Zugriff auf ca. 3.000 Zeitungen, Zeitschriften und Webseiten von Presseverlagen. Sie könnte so gestaltet werden, dass die Nutzer eine Zeitung vom heutigen Tag auswählen und in einer Trefferliste die Artikel chronologisch angeordnet werden. Quasi wie ein Inhaltsverzeichnis. Das würde auch mit den Artikeln von Webseiten funktionieren.
Die Basis ist eine Pressedatenbank, für die ich arbeite. Ca. 240.000 Artikel werden täglich von Verlagen angeliefert. Die Daten sind einheitlich strukturiert. Also egal, ob die Artikel einer Tageszeitung, Webseite oder sehr visuell gestalteten Zeitschrift entstammen, die Artikel sind von der Struktur her identisch aufgebaut. Sukzessive stehen die Pressemedien auch als EPUB zur Verfügung.
Die Idee ist halt, es gibt für Presse interessierte Blinde nur eine Oberfläche, mit der sie sich vertraut machen müssen, sodass sie sich die unterschiedlichsten Medien vorlesen lassen können von ihren Hilfsmitteln.
Ich würde mir daher gerne eine Meinung von Euch einholen: Wäre die Webseite etwas, was den Alltag erleichtern und völlig neue Möglichkeiten bieten würde hinsichtlich des Medienkonsums oder habt Ihr mittlerweile bessere Alternativen gefunden?
Zu mir: Ich habe mein Augenlicht noch und bin durch meine Arbeit auf die Hindernisse des barrierenfreien Lesens gestoßen. In Selbstversuchen mit JAWS und Voice-Over konnte ich die Barrieren besser nachvollziehen (hatte ich eine Panik, als ich unwissentlich den Bildschirmvorhang meines Iphones aktiviert habe. Nach zwei Stunden Recherche und Tippens habe ich es geschafft, ihn zu beenden...puh). Mir ist klar geworden, solange die Verlage kein barrierefreies Angebot haben, wird es für Blinde sehr umständlich sein, Print- und Onlinepresse zu nutzen. Aber vielleicht ist dies nur meine Meinung.
Viele Grüße

Seewolf
Beiträge: 264
Registriert: 17.09.2018, 16:34
Wohnort: Berlin
von Seewolf » 01.08.2023, 20:09
Hallo Vielleser und Community

Hier mal eine Zeitgemäße Lösung deines Anliegens!
Für jeden Programmierer eher eine leichte Aufgabe!

Zeitungsartikel per Mikrofon anfordern und per Lautsprecher ausgeben!

Es ist definitiv möglich, eine solche Webseite mit ChatGPT und seiner API zu erstellen. Die Anwendung könnte etwa so gestaltet sein: Spracherkennungsfunktion: Zunächst würde die Webseite eine Spracherkennungsfunktion benötigen. Es gibt verschiedene APIs und Bibliotheken, die dies ermöglichen, wie z.B. die Web Speech API von Google Chrome oder die SpeechRecognition API von Mozilla Firefox. Diese APIs wandeln gesprochene Sprache in Text um, den die Webseite dann verarbeiten kann. Integration von ChatGPT: Nachdem die Sprache in Text umgewandelt wurde, würde dieser Text an die ChatGPT-API gesendet. Die Webseite würde die Anfrage in einem geeigneten Format an die API senden und dann die Antwort des Modells erhalten.Verarbeitung der Anfrage: Abhängig von der Anfrage des Benutzers würde die Webseite dann auf die entsprechenden Zeitungen, Zeitschriften und Webseiten zugreifen und die Artikel abrufen. Dies könnte durch die Nutzung von Web-Scraping-Techniken oder durch APIs erfolgen, sofern diese von den jeweiligen Verlagen zur Verfügung gestellt werden.Umsetzung der Informationen: Die erhaltenen Artikel werden dann strukturiert und in einem Format dargestellt, das von der ChatGPT-API interpretiert werden kann. Dies könnte in der Form eines Inhaltsverzeichnisses geschehen, welches vom Benutzer durch Sprachbefehle navigiert werden kann.
Sprachausgabe: Die Antworten von ChatGPT und die Inhalte der ausgewählten Artikel werden dann mittels einer Text-zu-Sprache-Software (TTS) vorgelesen. Auch hierfür gibt es verschiedene APIs und Bibliotheken, wie z.B. die Web Speech Synthesis API.Barrierefreie Benutzererfahrung: Zusätzlich sollte die Webseite in einer Weise gestaltet sein, die blinden Benutzern eine möglichst einfache Navigation ermöglicht. Dies kann durch die Verwendung von ARIA-Rollen (Accessible Rich Internet Applications) und anderen Technologien zur Verbesserung der Zugänglichkeit erreicht werden. Feedback und Optimierung: Es wäre auch wichtig, kontinuierliches Feedback von den Benutzern zu sammeln, um die Webseite und das Modell zu verbessern und so eine möglichst benutzerfreundliche Erfahrung zu gewährleisten.
Diese Lösung könnte es blinden Benutzern ermöglichen, problemlos auf eine Vielzahl von Presseartikeln zuzugreifen und sich diese vorlesen zu lassen, und wäre daher eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem aktuellen Stand.

Gruß euer Seewolf

Vielleser
Beiträge: 2
Registriert: 01.08.2023, 08:47
von Vielleser » 02.08.2023, 17:29
Hallo Seewolf,
mit so einer Rückmeldung habe ich gar nicht gerechnet. Vielen Dank für Deine Mühe und Deine Gedanken, wie so etwas umgesetzt werden könnte. Ich glaube, dies könnte ein Update für die Zukunft sein. Für den ersten Schritt habe ich eher an etwas einfaches gedacht, was schnell Abhilfe schaffen kann. Darauf aufbauend ließe sich, wie Du ja auch schon denkst, Schnittstellen einrichten, sei es wie Du beschrieben hast oder auch als Datenfeed eines Mediums, sodass das die neue Ausgabe quasi druckfrisch auf dem z.B. DAISY-Player landet.
Mit schneller Abhilfe meine ich folgendes: Webseiten sind sehr visuell gestaltet, eine Navigation ist erschwert. Epapern fehlen oftmals eine einheitliche Datenstruktur oder auch Inhaltsverzeichnisse, was ebenfalls die Navigation erschwert. Bei einem PDF fehlen Navigationselemente wie Überschrift und Co. Und für reine Printmedien gibt es kein adäquates technisches Hilfsmittel, welches nur im entferntesten an z.B. DAISY-Player herankommt. Ergo behaupte ich, dass Blinden der Zugang zu solchen Medien erschwert wird, sodass sie nach Alternativen schauen wie Podcasts, TV und Radio. Sicherlich gibt es auch sehr gut barrierefreie Angebote, aber für die Masse bezweifle ich das. Gerade wenn es um Fachmedien geht. Daher meine Frage, ob fürs Erste ein einheitliches Angebot, das auf die technischen Hilfsmittel ausgerichtet ist, eine Verbesserung wäre. Viele Grüße